Schachturnier-Packliste für Kinder: 7 Dinge, die wirklich in den Rucksack gehören

Als ich das erste Mal ein Schachturnier besucht habe, hatte ich keine Ahnung, was uns erwartet. Alle anderen Eltern schienen eine magische Packliste und den totalen Durchblick zu haben. Heute weiß ich: In den Rucksack kommt alles, was meinem Sohn vor Ort entspannt – und ein bisschen was für mich als Elternteil auch. Diese Packliste fürs Schachturnier zeigt, was Kinder und Eltern wirklich brauchen.

Zunächst einmal muss man zu einem Schachturnier so gut wie gar nichts selbst mitbringen, da die Veranstalter Bretter und Uhren selbst aufstellen und bei Mitschreibepflicht auch Papier – Notationsblätter – bereitlegen. Es ist allerdings sehr beruhigend für alle Schachspielerinnen und Schachspieler, mit ihren eigenen Sachen unabhängig zu sein und ihren Routinen folgen zu können.

Schachturnier-Packliste für Kinder Notationsblatt mit Stiften, Gehörschutz-Kopfhörer, Trinkflasche und Snacks auf einem Tisch

Was braucht mein Kind beim Schachturnier?

Stifte für die Schachnotation – Must Have

Bei langen Partien, bei denen jede Seite 55 bis 90 Minuten Bedenkzeit hat, schreiben die Spielerinnen und Spieler ihre Züge auf – den Stift dafür bringen sie selbst mit. Kinder haben dafür oft einen Lieblingsstift. Ein Kugelschreiber ist für die Schachnotation besser geeignet als ein Bleistift oder Füller. Mein Sohn legt sich zur Sicherheit zwei oder drei Stifte neben das Brett. Wer nichts zum Schreiben hat, kann nach Ersatzstiften beim Organisator oder beim Gegner bzw. der Gegnerin nachfragen.

Schallschutz – Für mehr Konzentration

Schachspielende Kinder, die während einer Partie eine ablenkungsarme Umgebung brauchen, profitieren von Gehörschutz oder Ohrstöpseln. Wichtig ist, dass es sich nicht um herkömmliche Kopfhörer handelt, die zum Beispiel über Bluetooth Signale empfangen könnten. Auf großen Turnieren wird der Schallschutz sogar gescannt, ob er Elektronik enthält. In den meisten Fällen wird er aber nicht beanstandet. Im Zweifel reicht es, sie vor der ersten Partie dem Turnierorganisator oder Schiedsrichter-Team zu zeigen.

Snacks, Getränke und Kleingeld – Fürs leibliche Wohl

Bei den meisten Schachturnieren, auch den kleinen, werden vor Ort Essen und Getränke angeboten. Hier ist Barzahlung der Standard. Bei ganztägigen Turnieren gibt es manchmal eine Mittagspause, in der man sich vor Ort oder in der Umgebung versorgen oder Mitgebrachtes essen kann.

Passende Kleidung – Am und abseits des Brettes

Ein offenes Fenster oder die Pause draußen, auch an warmen Tagen hilft es, mit passender Kleidung auf alles vorbereitet zu sein. Und da bietet es sich natürlich an, sich mit Schach-Merchandise aufs Turnier einzustimmen.

Sitzkissen – Optional auf der Packliste für kleine Schach-Talente

Das habe ich schon öfter gesehen: Sitz- und Balance-Kissen, die nicht nur die fehlende Körpergröße am Schachbrett ausgleichen. Sie sorgen auch dafür, dass das Kind kleine Bewegungen machen kann.

Elektronische Geräte: Hinweis zur Nutzung

Beim Schachturnier dürfen Kinder keine eingeschalteten elektronischen Geräte bei sich tragen – weder Smartphone noch Smartwatch.* Das einfachste ist, keine Smartphones oder Smartwatches mitzunehmen oder ausgeschaltet im Rucksack zu verstauen – oder für die Turnierdauer ganz den Eltern zu überlassen. In den Turnierpausen ist es ohne elektronische Unterhaltung aufregend genug mit den anderen Schachkindern.

Was nehmen Schacheltern mit zum Turnier?

Ich nehme mir eine eigene Tasche mit zum Schachturnier, damit ich mich an einem eigentlich freien Wochenende entspannen kann, an dem ja auch die emotionale Achterbahn des Schachkindes abgefangen werden muss. Da gehören hinein: Getränke und Snacks, etwas zu lesen, eine Powerbank. Der Versuch, am Laptop etwas zu arbeiten, ist immer und immer wieder gescheitert – weil es einfach viel schöner ist, mit den anderen Eltern Zeit zu verbringen.


FAQ

Muss man fürs Schachturnier ein eigenes Brett mitbringen?

Nein, bei professionell veranstalteten Turnieren braucht man kein eigenes Brett mitzubringen. Manche Schachspielerinnen und Schachspieler bringen ihr eigenes Brett mit, um in den Pausen ihre Partien zu analysieren – oder weiter zu spielen.

Darf ich Essen und Getränke zum Schachturnier mitbringen?

Ja, es ist in der Regel erlaubt, eigene Verpflegung auf das Veranstaltungsgelände von Schachturnieren mitzubringen. Wichtig: Wer sich Essen auswärts kauft oder liefern lässt, muss sich um die Entsorgung von Pizzakartons und Ähnlichem selbst kümmern. Näheres dazu steht in der Turnierausschreibung oder wird zur Eröffnung des Turniers erklärt. Anekdote: Am Schachbrett sind Snacks erlaubt, aber aus Hygienegründen und um Gerüche zu vermeiden, wird hier nichts verzehrt, was kleckert oder stark aromatisch ist. Ich habe natürlich schon die Ausnahmen erlebt, die die Regel bestätigen: Pommes am Platz. Aber ganz ohne Kleckern.

Was passiert, wenn mein Schach-Kind seinen Stift vergessen hat?

Wenn man keinen Stift dabei hat, kann man sich bei vielen Schachturnieren beim Organisator oder anderen Spielerinnen und Spielern einen Stift ausleihen. Es ist aber nur bei bestimmten Partien – meistens über die Bedenkzeit erkennbar – Pflicht, überhaupt mitzuschreiben. Siehe Erklärung zur #Bedenkzeit →


* Im Allgemeinen gelten die Regeln der internationeln FIDE, die meistens für regionale und lokale Turniere übernommen werden, siehe FIDE-Regeln S. 16 „Verhalten des Spielers“ →

Was Eltern sonst noch für den Besuch eines Kinderschachturniers wissen müssen, lest ihr hier →


Ich bin Andrea, Autorin des Blogs Schacheltern.de. Ich habe mit meinem Sohn schon über 50 Schachturniere begleitet, von kleinen Schnellschach-Turnieren bis zum mehrtägigen Open.

2 Kommentare zu „Schachturnier-Packliste für Kinder: 7 Dinge, die wirklich in den Rucksack gehören“

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